Die Sammlung
Die weltweit älteste Sammlung zur Geschichte des Blindenwesens zeigt historische Lehr- und Hilfsmittel. Gegründet in den 1830er Jahren, dokumentiert die Sammlung die Entwicklung der Blindenbildung in Wien. Es zeigt Lehrmittel aus Musik, Mathematik und Biologie sowie die Entwicklung der Blindenschrift bis zur Braille-Schrift.
Die Sammlung ist nicht öffentlich zugänglich ein Besuch ist nur gegen Voranmeldung möglich.
Das Wiener Blindeninstitut
1804 begann Johann W. Klein den Unterricht in seiner Privatwohnung. Die steigende Schülerzahl führte 1808 zur staatlichen Unterstützung. 1816 wurde das Institut eine Staatsanstalt, später „kaiserlich-königliches Blindenerziehungsinstitut“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zum „Bundes-Blindenerziehungsinstitut“.
Das Institut zog mehrmals um und befindet sich seit 1898 in der Wittelsbachstraße 5. Das Gebäude wurde 1945 zerstört und bis 1958 wiederaufgebaut.
Johann Wilhelm Klein (1765–1848)
Klein gründete 1804 das erste Blindeninstitut im deutschsprachigen Raum mit seinem Schüler Jakob Braun. Sein Ziel war es, Blinde durch Schulbildung und Berufsvorbereitung in die Gesellschaft zu integrieren. 1826 folgte eine Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde. 1819 verfasste er das „Lehrbuch zum Unterrichte Blinder“. Er verstarb 1848 in Wien.
Louis Braille
Louis Braille besuchte ab 1819 das Pariser Blindeninstitut und optimierte 1825 eine tastbare „Nachtschrift“ von Charles Barbier. Sein 6-Punkte-System ermöglicht 63 Kombinationen und deckt Buchstaben, Zahlen und Musiknotation ab. 1873 setzte sich die Brailleschrift endgültig durch und ist heute essenziell für Blinde weltweit.